Anne Münch

Privatpraxis für Ergotherapie
und Handrehabilitation

Steinsdorfstraße 19
80538 München

Aktuelles 2019-10-10T14:16:24+00:00

In der Zeitschrift „up-unternehmen praxis“ der Ausgabe 07/2019 ist ein Artikel über unsere Arbeit der Praxis für Ergotherapie und Handtherapie Anne Münch mit Kinder und Erwachsenen mit Schreibproblemen erschienen. Wir freuen uns über das nette Interview und den interessanten Artikel der entstanden ist.

Steckbrief

Anne Münch wurde 1978 im bayrischen Schweinfurt geboren. 1999 schloss sie ihre Ausbildung zur Ergotherapeutin in Bad Neustadt an der Saale ab. 2006 machte sie sich mit Praxen in der Schweiz und Bad Tölz  selbständig. 2017 eröffnete sie ihre Privatpraxis im Herzen von München

Seit 2013 ist Anne Münch zertifizierte Handtherapeutin der Akademie für Handrehabilitation (AFH) in Bad Münder und Mitglied in der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Handtherapie e.V. (DAHTH) Sie hat sich auf den Bereich der Handrehabilitaion und Behandlung von schreib- und feinmotorischen Problemen spezialisiert.

Privatpraxis Anne Münch

Ergotherapie & Handrehabilitation

Steinsdorfstraße 19

80538 Münche

Telefon: 089/23754675

www.ergotherapie-muench.de

Immer mehr Kinder im Vorschul- und Schulalterzeigen Auffälligkeiten in der Fein- und Grafomotorik. Sie haben Schwierigkeiten beim Schreiben, halten den Stift falsch, schreiben zu langsam oder ihre Schrift ist unleserlich. Probleme, die die Münchner Ergotherapeutin Anne Münch nur zu gut kennt. Seit knapp anderthalb Jahren arbeitet sie mit dem ErgoPen, der es ihr erleichtert, die individuellen Defizite ihrer kleinen Patienten zu erkennen.

Die Inhaberin einer Privatpraxis für Ergotherapie und Handrehabilitation im Herzen der bayrischen Landeshauptstadt wurde auf den Analysestift durch einen Artikel in der Zeitschrift des Ergotherapie-Verbandes aufmerksam. Es ging darum um grafomotorische Schwierigkeiten in der Pädiatrie. „Da ich gegenüber neuen und modernen Therapiemitteln und Therapiehilfen immer aufgeschlossen bin, wurde ich neugierig auf den ErgoPen und habe ihn mir etwa ein halbes Jahr später gekauft.

Einfache Handhabung

Der ErgoPen ist ein speziell für die Grafo- und Schreibmotorik entwickeltes Mess-System. Der Kugelschreiber misst die Bewegungen beim Schreiben und überträgt die gewonnenen Informationen drahtlos an eine nComputer. Die Handhabung sei einfach, sagt die 40jährige Praxisinhaberin, wenn man das Handbuch gelesen und ein wenig experimentiert habe. Als Ergotherapeutin mit langjähriger Erfahrung in der Pädiatrie und der Handtherapie habe sie die besten Voraussetzungen, um gezielt mit diesem Befundungsinstrument arbeiten zu können. Anfangs gab es Probleme, eine Verbindung zwischen dem ErgoPen und ihrem Tablet herzustellen, erinnert sie sich. Trotz aller Bemühungen durch Stabilo, dem Hersteller des ErgoPens, ließ sich das Problem nicht lösen, sodass sie sich schließlich ein anderes kompatibles Tablet anschaffte.

Bessere und schnellere Diagnose

Anne Münch benutzt den ErgoPen vor allem  bei Kindern im Vorschul- bis Schulalter. 20 Prozent ihrer kleinen Patienten haben Probleme in der Fein- und Schreibmotorik. Dazu zählen vor allem eine verkrampfte Schreibhaltung sowie unleserliches und zu langsames Schreiben. Der Motorik komme beim Prozess des Schreibenlernens eine elementare Bedeutung zu. Gerade bei den Kindern aber zeige sich, dass es ihnen schwer fällt, eine klassische Handschrift zu entwickeln. Statt sich auf den Automatisierungsprozess der Schrift zu konzentrieren, sorgen sich dann viel zu viele Schüler um das Aussehen der Buchstaben und auf das „in der Zeile schreiben“. Die Folge: Der Schleimfluss ist oftmals durch zu lange Pausen gestört, und die Orthographie wird vernachlässigt.

„Der ErgoPen hilft mir, die individuellen Probleme klarer einzugrenzen und die Befundung schneller abzuschließen“ 

Sie könne gezielt an diesem Problem arbeiten, was wiederum die Behandlungsdauer verkürze. Im Schnitt werden die Kinder in acht bis zehn Einheiten betreut. „Anschließend verabrede ich gemeinsam mit den Eltern eine Pause“ erklärt sie. „In den meisten Fällen melden sie sich nicht wieder.“

Aber auch bei den Erwachsenen, die Probleme beim Schreiben haben, setzt Ann Münch den ErgoPen ein. „Ursachen können Sehnenscheidenentzündungen und Schmerzen der Hand durch Überlastung sein, was häufig bei Lehrern oder im Studium der Fall ist. Auch bei Patienten mit Karpaltunnelsyndrom oder nach einem Schlaganfall.“

Seit August 2017 auf dem Markt

Der ErgoPen ist mittlerweile seit knapp zwei Jahren auf dem Markt. Während der Patient auf ganz normalem Papier neun verschiedene Schreibaufgaben ausführt, messen die Stiftsensoren Schreibdruck, Schreibwinkel, Schreibtempo, Schreibfluss sowie den Automationsgrad. Die Ergebnisse überträgt der Stift via Bluetooth an die ErgoPen-App. Diese wertet die Daten aus und vergleicht sie mit Referenzangaben. Die Testvorlagen können kostenlos heruntergeladen werden.  Mit einem Klick wird automatisch der Azrtbericht erstell. Ergotherapeuten können den ErgoPen wahlweise einzeln oder mit dem dazugehörigen Tablett bei Stabilo bestellen. Auf Nachfrage kann der ErgoPen auch testweise für zwei Wochen bestellt werden.

Weitere Befundungsinstrumente

Neben dem ErgoPen nuzt die Therapeutin als weitere Befundungsinstrumente die Hefte ihrer kleinen Patienten. Dort betrachtet sie beispielsweise die Verbindungen der einzelnen Buchstaben aber auch die Anordnung von Zahlen. „Manche Kinder haben auch visuelle, räumliche Probleme, was sich besonders in ihren mathematischen Arbeiten zeigt“. Für die Behandlung wünscht sich Anne Münch die aktive Mitarbeit der Eltern. Sie sollten bei den Sitzungen anwesend sein und auch die Hausaufgaben, die sie den Kindern immer aufgibt, betreuen. Erfreulich an der Arbeit mit dem ErgoPen sei, dass sie die Fortschritte der Kinder jetzt auch bildhaft darstellen könne.

Schreibschrift zunehmend zurückgedrängt

Die Ursachen für die Schreibauffälligkeiten vieler Kinder sieht sie in den Lehrplänen der Schule.

„Ich finde es nicht gut, dass die Kinder erst mit der sogenannten Grundschrift, die der Druckschrift ähnelt, starten und anschließend erst die Schreibschrift erlernen“ 

sagt die Ergotherapeutin.  „So müssen  sie zwei Schriftarten automatisieren, was häufig nicht gelingt.“ Außerdem werde der Gebrauch der Schreibschrift im Zeitalter von PCs, Tablets und Smartphones im beruflichen wie auch im privaten Leben zunehmend zurückgedrängt. Einzelne Länder, wie die Schweiz, haben auf diesen Trend reagiert und sich für Vereinfachung der Schreibschrift oder gar deren Abschaffung ausgesprochen.

„Diese Entwicklung sehe ich sehr kritisch, denn mit der Schreibschrift gehen auch wichtige motorische Fähigkeiten verloren!“ 

Studien fordern mehr Zeit für Handschreiben

Jeder zweite Junge und jedes dritte Mädchen haben Probleme mit der Schreibschrift. Das ergab kürzlich die „Studie über Entwicklung, Probleme und Interventionen zum Thema Handschrieben (STEP 2019), die das unabhängige Schreibmotorikinstitut in Kooperation mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) von September 2018 bis Januar 2019 durchgeführt hat. An der Online-Befragung betieligten sich bundesweit mehr als 2.000 Lehrkräfte an Grund- und weiterführenden Schulen.

Nach Einschätzungen der Lehrerinnen und Lehrer in der Primarstufe haben 45 Prozent der Jungen und 29 Prozent der Mädchen Probleme mit dem Handschreiven. In der weiterführenden Schule seien es sogar 53 Prozent der Jungen und 33 Prozent der Mädchen. Nur zwei von funf Jugendlichen in der Sekundarstufe können 30 Minuten und länger beschwerdefrei scheiben. Zudem stellten die Lehrkräfte schulformübergreifend zu 93 Prozent eine unleserliche Schrift fest, zu 91 Prozent zu langsames Schreiben.

Als Ursachen nannten über zwei Drittel der Lehrkräfte zu wenig Routine, schlechte Motorik und Koordination sowie Konzentrationsprobleme. Fast drei Viertel der Lehrkräfte gaben an, dass häufig die Zeit für eine individuelle Förderung in der Schule fehle.

Fazit: Schon eine Stunde schreibmotorisches Training pro Woche reiche aus, damit Kinder signifikant besser und schneller schreiben lernen.

Mehr: www.schreibmotorik-institut.com/images/STEP_Studie_2019.pdf