Ergotherapie bei distaler Radiusfraktur: Gezielter heilen

Es genügt eine kurze Unachtsamkeit beim Stolpern über einen Gegenstand oder eine Treppenstufe. Oder ein Ausrutschen auf Eis. Gründe für einen Sturz gibt es viele – die Konsequenz ist aber in vielen Fällen dieselbe: Ein gebrochenes Handgelenk. Medizinisch betrachtet handelt es sich dabei meist um eine distale Radiusfraktur.

Ein konkretes Fallbeispiel für das Thema „Distale Radiusfraktur Ergotherapie“ verdeutlicht, wie wertvoll auch in diesem Fall eine ergotherapeutische Behandlung sein kann – ganz besonders, wenn sie von einer zertifizierten Handtherapeutin wie Anne Münch durchgeführt wird.

Distale Radiusfraktur Definition

Bei einer distalen Radiusfraktur handelt es sich um einen Bruch des Speichen-Knochens im Unterarm. Der Speichen-Knochen wird auch als Radius bezeichnet. Distal beschreibt die anatomische Lage und bedeutet in etwa „weiter vom Rumpf“ entfernt. Fraktur bedeutet „Bruch“.

Der Radius-Knochen bricht bei einem Sturz meist in unmittelbarer Nähe des Handgelenks. Man spricht von einer distalen Radiusfraktur, wenn der Bruch nicht weiter als drei Zentimeter von den Handwurzelknochen entfernt ist.

Symptome einer Distalen Radiusfraktur

Eine distale Radiusfraktur erfolgt meistens, wenn sich die fallende Person auf ihre ausgestreckte Hand stützt. In der Regel schwillt danach das Handgelenk an und es treten Schmerzen auf. Die Beweglichkeit ist eingeschränkt und mitunter treten auch sichtbare Fehlstellungen auf.

Die Diagnose erfolgt meistens über Röntgenaufnahmen, bei komplexeren Brüchen können auch ein CT oder ein MRT erforderlich sein.

Eine der häufigsten Frakturen überhaupt

Die distale Radiusfraktur gehört mit einem Anteil von bis zu 25% an allen Knochenbrüchen zu den häufigsten Frakturen des Menschen. Sie kommt am meisten bei Kindern und älteren Menschen vor. Durch die Zunahme an Freizeitaktivitäten und Sportarten mit hoher Sturzgefahr wie z. B. Skateboarden, Slacklining oder Mountainbiken sind aber auch immer öfter jüngere Menschen betroffen.

So wird eine distale Radiusfraktur behandelt

Bei einer distalen Radiusfraktur gibt es mit einer konservativen und einer operativen Versorgung zwei verschiedene Möglichkeiten der Behandlung. Bei einer konservativen Behandlung erfolgt die Heilung durch Ruhigstellung über eine Schiene oder einen Gips.

Bei einer Operation erfolgt zunächst die Einrichtung des Handgelenks in seine ursprüngliche Stellung. Anschließend wird in den meisten Fällen das Handgelenk über eine Platte bzw. eins Implantat fixiert, auch Plattenosteosynthese genannt.

Welche Behandlung am sinnvollsten ist, wird fallweise anhand des vorliegenden Bruchs beurteilt. Grundsätzlich gilt: Je einfacher der Bruch, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer konservativen Behandlung ohne Operation.

Ergotherapie Distale Radiusfraktur Sensorik-Übung
Am Anfang der Behandlung geht es um einfache Sensorik-Übungen zur Förderung der Beweglichkeit.

Wichtige Fakten rund um eine distale Radiusfraktur

  • Meistens sind ältere Menschen eher betroffen als jüngere.

  • Die distale Radiusfraktur gehört zu den häufigsten Knochenbrüchen.

  • Die Behandlung einer distalen Radiusfraktur erfolgt operativ oder konservativ.

  • Je früher die Ergotherapie startet, desto besser.

  • Mit einer gezielten Ergo- und Handtherapie lässt sich in vielen Fällen die Beweglichkeit des Handgelenks komplett wiederherstellen.

Distale Radiusfraktur Ergotherapie mit Fallbeispiel

Im Falle der 71jährigen Patientin Frau P. war eine operative Versorgung notwendig. Frau P. stürzte auf der Treppe auf das linke, ausgestreckte Handgelenk. Durch die Komplexität des Bruchs erfolgte eine Operation mit einer Plattenosteosynthese.

Qualifizierte Handtherapie als entscheidender Beitrag zur Heilung

Sowohl nach einer Operation wie auch bei einer konservativen Behandlung ist eine gute Nachsorge in Form einer ergotherapeutischen Handtherapie unverzichtbar. Die Handtherapie ist von Anfang ein wichtiger Baustein für die Rehabilitation des Handgelenks. Dazu gehören u. a. Hand- und Fingermotorik, Narbenmobilisation, Koordination sowie der konkrete Einsatz der Hand im Alltag. Dies trägt auch zu einer optimalen Wundheilung bei.

Deutliche Einschränkungen im Alltag und bei der Ausübung von Hobbies

Frau P. konnte zwar nach ihrem Handgelenksbruch weiterhin zeitweise als Sprachlehrerin tätig sein. Auch im Alltag kam sie als Rechtshänderin grundsätzlich gut zurecht. Gleichzeitig konnte sie ihre Hobbies wie z. B. Radfahren oder Malen nicht weiter ausüben. Komplizierte Bewegungen wie z. B. das Öffnen einer Flasche, das Schließen eines Reißverschlusses oder das Anlegen einer Uhr waren nicht bzw. nur bedingt möglich.

Ergotherapie in München

Arthrose Ergotherapie München Terminvereinbarung: Haptische Übung zur Verfeinerung der Hand-Sensorik

Am besten wenden sich Patienten mit einer distalen Radiusfraktur an Ergotherapeuten mit der Zusatzqualifikation einer zertifizierten Handtherapeutin wie z. B. Anne Münch. Die erfahrene Ergotherapeutin ist seit vielen Jahren in München tätig und überzeugt im Rahmen einer manuellen Therapie mit ihrer Expertise sowie ihrem Einfühlungsvermögen.

Beginn der Handtherapie rund zwei Wochen nach der OP

Frau P. erschien zweieinhalb Wochen nach der Operation zur ersten Sitzung. Die Fäden der Operation waren bereits entfernt, allerdings war die Narbe noch geschwollen und wenig beweglich.

Die aktive Streckung des linken Handgelenks lag bei 35° und die Beugung bei 20°. Beim rechten Handgelenk betrugen beide Werte 60°. Auch die Supination, also die Umwendbewegung, war ebenso wie die Beugung des Daumens an der linken Hand deutlich eingeschränkt. Das Bilden einer Faust bzw. einer Kralle war nur zum Teil möglich.

Möglichst früh mit Mobilisation starten

Grundsätzlich hatte Frau P. beim Bewegen des Handgelenks leichte Schmerzen. Sie war in der Belastung ihres Handgelenks entsprechend ängstlich und vorsichtig.

Für die Mobilisation des Handgelenks ist dies aus ergotherapeutischer Sicht aber kontraproduktiv. Gerade ältere Patienten mit Arthrose leiden bei mangelnder Bewegung unter Steifigkeit in den Händen. Als erfahrene Ergotherapeutin empfiehlt Anne Münch deshalb, auch nach einer OP möglichst früh mit der Behandlung zu starten. Eine übermäßige Schonung kann dagegen für die Heilung kontraproduktiv sein.

Mit Ergotherapie Münch von Anfang an gut begleitet

Gerade zu Beginn einer Behandlung ist es wichtig, dass Patienten Vertrauen in den behandelnden Ergotherapeuten aufbauen. Durch ihre langjährige Erfahrung sowie das damit verbundene Einfühlungsvermögen und ihre Spezialisierung als zertifizierte Handtherapeutin kann Anne Münch ihren Patienten nach und nach die Angst vor einer Überbelastung nehmen.

Vielmehr geht es darum, die Hand bzw. das Handgelenk möglichst früh unter Anleitung wieder zu mobilisieren, um so die ursprüngliche Beweglichkeit wiederherzustellen. So entsteht nach und nach wieder mehr Selbstvertrauen im Umgang mit dem Handgelenk und mit der Hand.

Arthrose Finger Ergotherapie Behandlung: Beispielhafte Übung mit Kugeln

Ergotherapie Distale Radiusfraktur: Ziel und Phasen

Ziel der ergotherapeutischen Behandlung einer distalen Radiusfraktur sollte immer sein, die maximale Beweglichkeit des Handgelenks wiederaufzubauen. Konkret gesagt sollte und wollte Frau P. ihre linke Hand wieder genauso aktiv bewegen und im vollen Bewegungsausmaß einsetzen können wie ihre rechte Hand.

Die Therapie des Handgelenks erfolgt in drei Phasen

  1. Frühe Phase: Passive Mobilisation

    In dieser ersten Phase stehen Schmerzlinderung, Narbenbehandlung, der Abbau der Schwellung (Ödem) sowie eine vorsichtige Mobilisation im Vordergrund. Weitere Maßnahmen können das Hochlagern sowie eine gezielte Kühlung sein.

    Auch bei Frau P. ging es in dieser ersten Phase vor allem um eine Narbenbehandlung sowie um eine passive Mobilisation. Dabei bewegt nicht der Patient selbst, sondern der Therapeut das Handgelenk. Des Weiteren wurde an einer Dehnung der verkürzten Strukturen gearbeitet. So wurde die Patientin langsam an das komplette Schließen einer Faust herangeführt.

  2.  Mittlere Phase: Aktiv mobilisieren

    In der zweiten Phase geht es darum, nicht mehr nur passiv, sondern vor allem auch aktiv zu mobilisieren. Dies geschieht z. B. über die gezielte Dehnung verkürzter Sehnen bzw. Muskeln.Dabei unterstützen z. B. ein Koordinations- und Greiftraining mit therapeutischer Knetmasse sowie mit kleinen Gegenständen. Dazu gehört auch das Ausführen konkreter Alltagsaufgaben wie z. B. das Nutzen von Besteck oder das Anziehen von Kleidung. Nicht zuletzt geht es in dieser mittleren Phase auch um den Kraftaufbau mit einem Theraband oder kleinen Hanteln.

    Gerade in dieser Phase ist es wichtig, im Rahmen eines ausgewogenen Therapiekonzepts, die Eigeninitiative zu fördern.Auch bei Frau P. erfolgte ein auf sie abgestimmtes Training in Form kräftigender Übungen für den Arm und die Hand. Im Vordergrund stand dabei das Anleiten eines individuellen, täglichen Übungsprogramms. Dieses wurde laufend an die neuen Möglichkeiten und Gegebenheiten der Patientin angepasst. Zudem wurde Frau P. immer wieder ermutigt, ihre Hand für leichte Tätigkeiten im Alltag einzusetzen.

  3. Späte Phase: Muskulatur kräftigen

    In der dritten Phase geht es vor allem darum, das Kräftigen der Muskulatur sowie die damit verbundene Belastung weiter zu steigern. Bei anhaltenden Bewegungseinschränkungen empfehlen sich manuelle Mobilisationstechniken und ein propriozeptives Training, z. B. in Form von PNF.

    Bei Frau P. war dies nicht notwendig, hier wurden die Kräftigungsübungen für Arm und Hand fortgesetzt und schrittweise die Belastung gesteigert.

Distale Radiusfraktur Ergotherapie Münch Aktive Mobilisation
Im Verlauf der Behandlung werden auch Übungen zur aktiven Mobilisation immer wichtiger.

Ergotherapie in München

Arthrose Ergotherapie München Terminvereinbarung: Haptische Übung zur Verfeinerung der Hand-Sensorik

Anne Münch und Ihr Team begleiten Sie Schritt für Schritt auf Ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes und schmerzfreies Leben. Starten Sie noch heute Ihre ergotherapeutische Behandlung mit einem Anruf in unserer Praxis – bei uns bekommen Sie auch kurzfristig einen Termin.

Schon nach zehn Behandlungen deutlich verbesserte Beweglichkeit

Im Falle von Frau P. verbesserte sich bereits nach zehn Behandlungen die Beweglichkeit deutlich. So lag die Streckung des Handgelenks bereits bei 60° (und damit beim gleichen Wert wie beim gesunden rechten Handgelenk), die Beugung lag bei 50°. Auch die Umwendbewegung entprach wieder der des rechten Handgelenks.

Zwar fehlte der Patientin nach wie vor Kraft im Arm und in der Hand, aber sie konnte beinahe alle Tätigkeiten wieder problemlos ausführen. Lediglich das Aufstützen der Hand und das Fahrradfahren waren noch nicht möglich.

Aufgrund des relativ schnellen Erfolges war die Behandlung von Frau P. bereits nach 10 Sitzungen abgeschlossen. In den meisten Fällen ist jedoch aufgrund der Komplexität des Handgelenks mit einer längeren Behandlungsdauer zu rechnen.

Distale Radiusfraktur Ergotherapie Münch Supination
Am Ende der Behandlung sollte wieder die komplette Umwendbewegung (Supination) mit Belastung möglich sein.

Fazit: Am besten möglichst bald zur Ergotherapie

Auch wenn es zu Beginn der Heilung schmerzhaft sein kann: Je früher Patienten mit der Ergotherapie und der Mobilisation ihres Handgelenks nach einer distalen Radiusfraktur starten, desto besser. Zwar erfolgt die Heilung nicht immer so schnell wie bei Frau P., mit einer gezielten Handtherapie lassen sich oft schon in wenigen Wochen große Fortschritte erzielen.

Bei Ergotherapie Münch sind Patienten immer in besten Händen: In enger Abstimmung mit Operateuren und Ärzten erstellt Anne Münch individualisierte Übungsprogramme und begleitet Patienten von der Narbenpflege über Mobilisation bis zur Rückkehr in Beruf und Hobby. Als Privatpraxis für Ergotherapie und Handtherapie erhalten Patienten oft auch kurzfristig einen Termin für ihre Therapie. Hier können interessierte Patienten direkt einen Termin vereinbaren.

Über die Autorin Anne Münch

Für die ausgebildete Handspezialistin Anne Münch ist die Ergotherapie ihre Berufung. In ihrer über 20-jährigen Tätigkeit hatte sie das Privileg, ihre Tätigkeit aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln kennenzulernen. Dabei hat sie ihr Wissen rund um die Ergotherapie mit zahlreichen Fortbildungen ständig erweitert.

Wir bewegen Ihre Hände